September: Ginkgo

Der Ginkgo gehört der Familie Ginkgobaumgewächse (Ginkgoaceae) an.
Der Ginkgo nimmt eine Sonderstellung unter den Gehölzen ein. Zählt er doch nicht zu den bedecktsamigen Blütenpflanzen und nicht zu den Nadelgehölzen.
Der Ginkgo wird als lebendes Fossil bezeichnet, da er bereits (Erdzeitalter "Perm") vor 250 Millionen Jahren auf der Erde vertreten war. Erst ca. 100 Millionen Jahre später traten die ersten Laubbäume auf. Der Ginkgo überlebte die Saurier, die ersten Vögel und die Mammuts. Vor ca. 30 Millionen Jahren war der Ginkgo hier in Mitteleuropa noch weit verbreitet. Durch die Eiszeiten wurde er nach China verdrängt.
Der Ginkgo ist ein sommergrüner laubtragender Großbaum. Er kann bis zu 30 m hoch und bis zu 15 m breit werden. Das eingeschnittene (gelappte) Blatt ist im Sommer frischgrün und verfärbt sich im Herbst in ein prächtig leuchtendes Gelb. Der Ginkgo ist zweihäusig. Die Früchte sind rund mit einem Kern.

Wenn die Fürchte reif sind verströmen sie einen unangenehmen Geruch. Außergewöhnlich ist auch, dass sich das Embryo erst in der abgefallenen Frucht entwickelt.
Der Ginkgo ist frosthart, hitzeverträglich, stadtklimafest und unempfindlich gegen Luftverschmutzung. In der Medizin nimmt der Ginkgo auch eine wichtige Stelle ein. So wird er bei:

  • Durchblutungsstörungen
  • Tinnitus
  • Arteriosklerose
  • Schlafstörungen
  • Nervosität

empfohlen.

Vorbeugend wird er gegen

  • Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Krebs
  • Vorzeitiges Altern

eingesetzt.

Im Jahre 1815 schrieb Goethe ein Gedicht über den Ginkgo:

Ginkgo - biloba

Dieses Baumes Blatt,
der von Osten
Meinem Garten anvertraut
Gibt geheimen Sinn zu kosten
Wie`s den Wissenden erbaut.
Ist es ein lebendig Wesen
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen
Dass man sie als eines kennt?
Solche Frage zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern
Dass ich eins und doppelt bin?